Das Pferd und sein Wesen

Wenn ich ein Pferd sehe sehe ich ein Wesen, ein Wesen mit Charaktereigenschaften, mit Gefühlen, mit Empfindungen und Emotionen. Ich sehe eine Persönlichkeit. Ein Pferd hat sowohl eine Seele als auch eine innere Essenz die keiner anderen gleicht. Jedes Pferd ist ein Individuum, ist für sich absolut einzigartig, hat seine eigenen Bedürfnisse wie die Menschen. Aber es gibt viele Unterschiede zwischen Mensch und Pferd. Einer von vielen Unterschieden zum Menschen ist, dass das Pferd ist und annimmt. Es wünscht nicht, es träumt nicht, es ist. Wir Menschen verwechseln das oft mit Akzeptanz. Wenn ich also ein Pferd vor die Kutsche spanne und ihm einen Peitschenhieb verpasse, das Pferd dann ohne zu widersprechen läuft heisst das nicht, dass es mit diesem Verhalten einverstanden ist sondern, dass es annehmen muss was gerade ist. Es spürt den Schmerz und reagiert. Dieses Pferd akzeptiert weil es muss. Wenn ein Pferd in der Wildnis diese Eigenschaft nicht hätte, sich nicht fügen könnte würde es keinen einzigen Tag überleben. Es würde sich und die ganze Herde in Gefahr bringen. Als Beispiel nehmen wir den Puma der sich an eine Herde heran pirscht. Die Leitstute wittert ihn und schlägt Alarm. Ihre ganze Herde reagiert in Sekundenschnelle und fügt sich ihrer Führung. Sie rennen ihr nach und bringen sich so in Sicherheit. Sie sind dankbar geführt zu werden. Sie wissen, dass sie der Leitstute vertrauen können. Nur so können Herden, Flucht und Beutetiere überleben. Wenn wir Menschen also einen klaren Befehl erteilen, leider auch klar durch Schmerz, wird das Pferd folge leisten ob es ihm passt oder nicht das ist seine Natur. Auch wenn das Pferd Qualen leidet wird es Folge leisten und die meisten Menschen nehmen keine Notiz davon weil ein Pferd still leidet. Ein Pferd hat keinen Laut für Schmerz. Es leidet still. Wir Menschen als Besitzer eines so hoch Empfindlichen, feinfühligen und liebevollen Wesen haben oder hätten die Aufgabe dieses Tier zu beschützen. Wir wollen alle, dass das Pferd tut was wir sagen, auch aus dem Grund weil wir wissen, dass wir Körperlich absolut unterlegen sind, es also schnell gefährlich werden kann. Wenn wir dann also das Alphatier mimen, das Pferd uns unterwürfig machen es so unter Kontrolle bringen dann aber nur die halbe Aufgabe übernehmen wird uns das Pferd nie Vertrauen. Es wird nie, unter keinen Umständen, von uns glauben wir seien Ranghöher, denn ein Rang hohes Tier beschützt seine Herde, es schaut auf seine Herde, es warnt seine Herde und verteidigt sie. Wir können also nicht glauben ein Pferd mit Gewalt, Schmerz und Herrschsucht dazu zu bewegen uns als Ranghoch zu betrachten. Der Weg zu einem Vertrauensvollen Verhältnis zwischen Mensch und Pferd ist eine echte Rang hohe Position. Dies bedingt absolute Kontrolle, nein nicht über das Pferd, über sich selbst. Es bedingt die Gabe und die Entscheidung sich selbst zu betrachten, sich selbst zu sehen ohne sich zu verurteilen, sich selbst zu deuten und dann fair und absolut unmissverständlich zu handeln, schnell und im Hier und Jetzt. Es ist nicht leicht, es ist harte Arbeit aber das Geschenk einer wahren Verbindung zu einem Pferd ist grösser als wir uns vorstellen können. Das Glück der Erde liegt nicht auf dem Rücken der Pferde, es liegt in dem Augenblick in dem wir mit dem Pferd vollkommen Verbunden sind.

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